Palazzo Barolo

Palazzo Barolo

Via delle Orfane, 7. (Öffnen Sie die Karte)

Beschreibung

Der Palazzo Barolo ist ein Patrizierhaus an der Via delle Orfane im Herzen Turins, Ende des 17. Jahrhunderts erbaut. Wer ihn besucht, findet einen barocken Palast mit Stuck, Fresken und Prunksälen, in dem im 19. Jahrhundert die Marchesi di Barolo und der Schriftsteller Silvio Pellico lebten.

Im Inneren fällt vor allem die Treppe auf, die mitten im Palast liegt und nicht seitlich, wie es in den Adelspalästen des 17. Jahrhunderts üblich war. Ringsum sieht man den Stuck von Pietro Somasso, die Gemälde von Francesco Trevisani und die Fresken der Legnani.

In der Beletage liegen die Rokokosäle, die Mitte des 18. Jahrhunderts von Benedetto Alfieri entworfen wurden. Das Grüne Zimmer birgt ein Fresko von Luigi Morgari, das die Hochzeit von Peleus und Thetis darstellt.

Zum Rundgang gehört auch das Zimmer von Silvio Pellico, dem Schriftsteller, der nach der Haft, von der er in „Meine Gefängnisse“ berichtete, viele Jahre Gast der Marchesi war.

Der Palast ist noch immer der Sitz der Opera Barolo, die dem Testament der Marchesa Giulia gemäß die Wohltätigkeits- und Sozialarbeit fortführt, die sie und ihr Mann Tancredi begonnen hatten.

Eine versprochene und nie gezahlte Mitgift. Deshalb verließ der Marchese Gabriele Falletti di Barolo den Palast und nahm die drei Kinder mit. Seine Frau Elena Matilde stürzte sich mit nur 26 Jahren aus dem Fenster ihres Zimmers.

Den Palast hatte ihr Vater, Graf Ottavio Provana di Druento, erster Stallmeister von Viktor Amadeus II., bauen lassen und Gian Francesco Baroncelli anvertraut. Doch seine schönste Zeit stand noch bevor.

Im 19. Jahrhundert wohnten hier Tancredi und Giulia di Barolo, ein frommes und großzügiges Paar: kostenlose Schulen, Hilfe für die Armen, Beistand für inhaftierte Frauen. Mit ihnen erlosch das Geschlecht, und der Palast ging an die Opera Pia Barolo.

1906 wurde die Südseite abgerissen, um die Via Corte d'Appello zu verbreitern. Auf dem Pflaster sieht man noch die Spur des ursprünglichen Umrisses, eine Linie, die daran erinnert, wie weit der Palast reichte.